Checkliste – Arbeitnehmer und Massenentlassung Teil 1

Geltendmachung einer missbräuchlichen Kündigung

  1. Möchten Sie als Arbeitnehmer die Entschädigung wegen einer nicht korrekt durchgeführten Massenentlassunggeltend machen (Stichwort: missbräuchliche Kündigung), so ist vorweg abzuklären, ob
    1. die Bestimmungen über die Massenentlassungen anwendbarsind (OR 335d), nämlich bezüglich
      1. Zahl der im Betrieb beschäftigen Arbeitnehmer?
      2. Anzahl geplanter Kündigungen in welchem Zeitraum (innert 30 Tagen?)?
      3. Kündigungsgrund beim Mitarbeiter (Kündigung aus anderem Grund als die Massenentlassung)?
      4. Kündigungsgrund beim Betrieb, infolge behördlicher Anordnungen (keine Betriebsschliessung infolge gerichtlicher Entscheidung)?
  2. Hat der Arbeitgeber die Arbeitnehmer oder ihre Vertretung schriftlich informiert (OR 335f Abs. 3)?
  3. Wurde den Arbeitnehmern genügend Zeit zur Unterbreitung eigener Vorschläge gewährt (OR 335f Abs. 2)?
  4. Sind die Arbeitnehmer-Vorschläge vom Arbeitgeber geprüft worden (OR 335f Abs. 1)?
  5. Sind die Massenentlassungen, unter Mitteilung des Konsultationsergebnisses, dem Arbeitsamt angezeigt worden (OR 335g)?
  6. Haben die Arbeitnehmer oder ihre Vertretung eine Kopie der Anzeige ans Arbeitsamt erhalten (OR335g Abs. 1)?
  7. Haben Sie noch während bestehendem Arbeitsverhältnis schriftlich Einsprache gegen die Kündigung beim Arbeitgeber erhoben (OR 336b Abs. 1)?

  8. Aufnahme von oder Versuch zu Einigungsverhandlungen
  9. Keine Einigung (über die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses und gültige Kündigung):
    1. Klageeinleitung innert 180 Tagen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses (Verwirkungsfrist / OR 336b Abs. 2)?
    2. Prozessführung
    3. ev. Vergleichsverhandlungen vor Arbeitsgericht
    4. Urteil

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